Zum Inhalt springen
luftvoll.
Arbeitswelt

Gesunde Luft im Büro: Was Arbeitgeber verbessern können

Besprechungsräume, Großraumbüros, Teeküchen: Auch am Arbeitsplatz entscheidet die Lüftung über die Luftqualität. Ein praktischer Überblick für Arbeitgeber und Office-Management.

Von
Redaktion LUFTVOLL
Veröffentlicht:
Aktualisiert:
Fachlich geprüft:

Viele Beschäftigte verbringen einen großen Teil ihres Tages im Büro. Wie gut die Luft dort ist, merkt man oft erst am Nachmittag – wenn der Besprechungsraum stickig wird. Mit einigen einfachen Schritten lässt sich viel verbessern.

Die Arbeitsstättenregel ASR A3.6

Die Arbeitsstättenverordnung verlangt, dass in Arbeitsräumen ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden ist. Wie das konkret gelingen kann, beschreibt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.6 „Lüftung“. Sie nennt CO₂ als Indikator für die Luftqualität in Räumen mit Personen und verwendet 1.000 ppm als Orientierungsgröße. Für höhere Werte sieht sie abgestufte Maßnahmen vor.

Gute Lüftung in Besprechungsräumen

Besprechungsräume sind oft klein, zeitweise dicht belegt und manchmal fensterlos. Hier steigt der CO₂-Wert besonders schnell. Hilfreich sind Lüftungspausen zwischen Terminen, eine realistische Höchstbelegung und – bei Räumen mit Lüftungsanlage – die Überprüfung, ob die Anlage für die tatsächliche Nutzung ausgelegt ist.

CO₂-Messungen

CO₂-Messgeräte machen sichtbar, wann gelüftet werden sollte. Schon wenige Geräte, die abwechselnd in verschiedenen Räumen eingesetzt werden, liefern ein gutes Bild davon, wo Handlungsbedarf besteht. CO₂ zeigt dabei den Frischluftbedarf an – nicht das Vorhandensein von Krankheitserregern.

Raumbelegung

Wie schnell sich verbrauchte Luft anreichert, hängt von der Zahl der Personen im Verhältnis zur Raumgröße ab. Desk-Sharing, hybride Arbeitsmodelle und flexible Raumplanung verändern die Belegung oft stark. Es lohnt sich, die Lüftung an die tatsächliche Nutzung anzupassen.

Lüftungsroutinen

  • Stoß- oder Querlüften statt dauerhaft gekippter Fenster
  • Lüften vor Arbeitsbeginn und in Pausen
  • Feste Lüftungspausen in längeren Meetings
  • Klare Zuständigkeit für Räume ohne festen Nutzer

Aerosole und Atemwegsinfektionen

Atemwegserreger können sich über die Luft verbreiten, insbesondere in schlecht gelüfteten Innenräumen. Gute Lüftung kann die Konzentration luftgetragener Partikel verringern. Sie verhindert Ansteckungen jedoch nicht vollständig. Ergänzend helfen Regelungen, die es ermöglichen, bei Krankheit zu Hause zu bleiben.

Praktische Maßnahmen

  • Bestandsaufnahme: Welche Räume werden wie genutzt, welche lassen sich gut lüften?
  • Orientierende CO₂-Messungen in typischen Situationen
  • Lüftungsroutinen vereinbaren und kommunizieren
  • Wartung vorhandener Lüftungsanlagen prüfen lassen
  • Mobile Luftreiniger nur als Ergänzung in schwer lüftbaren Räumen erwägen

Wann Fachleute hinzugezogen werden sollten

Bleiben CO₂-Werte trotz Lüftens dauerhaft hoch, gibt es Hinweise auf Schadstoffe, Feuchteschäden oder Beschwerden von Beschäftigten, sollten Fachleute hinzugezogen werden: etwa die Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin sowie Fachplanerinnen und Fachplaner für Lüftungstechnik.

Quellen

Behördliche Empfehlungen und wissenschaftliche Erkenntnisse, auf die sich dieser Beitrag stützt. Praktische Schlussfolgerungen sind redaktionelle Einordnungen.

Sie möchten die Lüftungssituation in Ihren Büroräumen orientierend einschätzen lassen? Zum Raumluft-Check Berlin (in Vorbereitung)

Weiterlesen

Luftwissen

1.000 ppm CO₂: Was bedeutet dieser Wert?

Kaum eine Zahl taucht beim Thema Raumluft so häufig auf wie 1.000 ppm. Was sie aussagt, woher sie kommt – und was sie ausdrücklich nicht misst.

Geprüft am