1.000 ppm CO₂: Was bedeutet dieser Wert?
Kaum eine Zahl taucht beim Thema Raumluft so häufig auf wie 1.000 ppm. Was sie aussagt, woher sie kommt – und was sie ausdrücklich nicht misst.
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- Redaktion LUFTVOLL
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Wer sich mit Raumluft beschäftigt, stößt schnell auf eine Zahl: 1.000 ppm CO₂. Sie steht auf CO₂-Ampeln, in Empfehlungen für Schulen und in Regeln für Arbeitsstätten. Doch was genau bedeutet dieser Wert?
CO₂ und ppm verständlich erklärt
Die Abkürzung ppm steht für „parts per million“, also Teile pro Million. 1.000 ppm bedeuten: Von einer Million Luftteilchen sind 1.000 CO₂-Moleküle – das entspricht 0,1 Prozent. Die Außenluft enthält heute etwas mehr als 400 ppm CO₂.
Warum CO₂ in belegten Räumen ansteigt
Jeder Mensch atmet CO₂ aus. Bleiben Fenster geschlossen und gibt es keine Lüftungsanlage, reichert sich das CO₂ im Raum an. Wie schnell das geschieht, hängt von der Raumgröße, der Anzahl der Personen und ihrer Aktivität ab. In einem voll besetzten Klassenzimmer kann der Wert innerhalb kurzer Zeit deutlich steigen.
1.000 ppm als wichtiger Orientierungswert
Das Umweltbundesamt nennt für Unterrichtsräume eine CO₂-Konzentration von höchstens 1.000 ppm als Zielgröße. Gemeint ist dabei der Mittelwert über eine Unterrichtseinheit, nicht jeder einzelne Moment. Auch die Arbeitsstättenregel ASR A3.6 verwendet 1.000 ppm als Orientierungsgröße für Arbeitsräume.
Einordnung höherer Konzentrationen
Bei Werten zwischen 1.000 und 2.000 ppm sollte das Lüftungsverhalten überprüft und verbessert werden. Werden regelmäßig Werte über 2.000 ppm erreicht, besteht nach den gängigen Bewertungsstufen Handlungsbedarf – etwa durch häufigeres und intensiveres Lüften oder eine technische Lösung. Die genauen Maßnahmen für Arbeitsstätten beschreibt die ASR A3.6.
Messgeräte und Messfehler
Für verlässliche Messungen eignen sich Geräte mit sogenanntem NDIR-Sensor, der CO₂ über Infrarotlicht erfasst. Günstige Geräte mit anderen Sensortypen schätzen den CO₂-Gehalt teilweise nur indirekt. Auch gute Geräte sollten richtig aufgestellt werden:
- nicht direkt neben Fenstern, Türen oder Heizkörpern
- nicht unmittelbar vor dem Gesicht einer Person
- etwa auf Kopfhöhe sitzender Personen und mit etwas Abstand zu Wänden
- gelegentliche Kontrolle an der Außenluft – dort sollten Werte um 400 ppm angezeigt werden
Warum CO₂ keine Viren misst
Ein CO₂-Messgerät erkennt keine Krankheitserreger. Es zeigt lediglich, wie viel ausgeatmete Luft sich im Raum angesammelt hat. Ein niedriger Wert bedeutet, dass viel Frischluft ankommt – das kann die Konzentration luftgetragener Erreger verringern, schließt eine Ansteckung aber nicht aus. Umgekehrt bedeutet ein hoher Wert nicht automatisch, dass Viren im Raum sind.
Momentanwert oder Mittelwert?
Eine CO₂-Ampel zeigt den aktuellen Wert. Die Orientierung des Umweltbundesamts bezieht sich dagegen auf den Durchschnitt über eine Unterrichtseinheit. Ein kurzer Ausschlag über 1.000 ppm ist also kein Grund zur Sorge, wenn danach gelüftet wird. Bleibt der Wert dagegen über längere Zeit hoch, lohnt es sich, Lüftungsroutinen und Raumbelegung zu überprüfen.
Quellen
Behördliche Empfehlungen und wissenschaftliche Erkenntnisse, auf die sich dieser Beitrag stützt. Praktische Schlussfolgerungen sind redaktionelle Einordnungen.
Richtig Lüften in Schulen
Empfehlungen des Umweltbundesamts zum Lüften von Unterrichtsräumen, zur Nutzung von CO₂-Ampeln und zur Rolle mobiler Luftreiniger.
OriginalquelleTechnische Regeln für Arbeitsstätten: Lüftung (ASR A3.6)
Die Arbeitsstättenregel konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung an die Lüftung von Arbeitsräumen.
OriginalquellePassende Materialien

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