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Schulen & Kitas

Gute Luft im Klassenzimmer: Was Schulen konkret tun können

Viele Menschen, wenig Raum, lange Unterrichtsstunden: Klassenzimmer stellen besondere Anforderungen an die Lüftung. Was im Schulalltag hilft – und wo die Grenzen liegen.

Von
Redaktion LUFTVOLL
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In einem Klassenzimmer verbringen oft 25 oder mehr Menschen mehrere Stunden gemeinsam auf vergleichsweise kleiner Fläche. Dabei entstehen CO₂, Feuchtigkeit und ausgeatmete Partikel. Ohne regelmäßige Frischluftzufuhr wird die Luft schnell verbraucht.

Warum Klassenzimmer besonders relevant sind

Im Vergleich zu Büros sind Unterrichtsräume meist deutlich dichter belegt. Viele Schulgebäude verfügen nur über Fenster und keine Lüftungsanlage. Wie gut die Luft ist, hängt deshalb stark davon ab, ob und wie gelüftet wird.

Fensterlüftung und Querlüftung

Das Umweltbundesamt empfiehlt, Fenster weit zu öffnen statt sie dauerhaft zu kippen. Besonders wirksam ist Querlüftung: Werden gegenüberliegende Fenster oder Fenster und Tür gleichzeitig geöffnet, entsteht ein Durchzug, der die Luft rasch austauscht. Als Anhaltspunkt nennt das Umweltbundesamt bei Fensterlüftung ein Lüften etwa alle 20 Minuten während des Unterrichts sowie das Lüften in den Pausen.

CO₂-Ampeln

Eine CO₂-Ampel zeigt an, wann die Luft verbraucht ist. Sie macht das Unsichtbare sichtbar und hilft, Lüftungsroutinen einzuüben. Wichtig: Eine CO₂-Ampel misst keine Viren. Sie zeigt nur, ob im Verhältnis zur Belegung genügend Außenluft in den Raum gelangt.

Lüftungsroutinen

Gute Lüftung funktioniert am besten als feste Gewohnheit. Bewährt haben sich klare Zuständigkeiten:

  • Ein Lüftdienst in jeder Klasse, mit Vertretung
  • Lüften zu Beginn und Ende jeder Stunde sowie in den Pausen
  • Kurze Hinweise im Kollegium, wie die CO₂-Ampel gelesen wird
  • Mehrere Kleidungsschichten, damit niemand beim Lüften friert

Raumbelegung

Je mehr Menschen in einem Raum sind, desto schneller steigt der CO₂-Wert. Wo es organisatorisch möglich ist, kann eine passende Raumzuteilung helfen – große Gruppen in große, gut lüftbare Räume.

Grenzen der Fensterlüftung

Nicht jeder Raum lässt sich gut über Fenster lüften: Manche Fenster lassen sich nur kippen, andere gar nicht öffnen. Im Winter, bei Straßenlärm oder bei wenig Wind ist der Luftaustausch eingeschränkt. Werden trotz regelmäßigen Lüftens immer wieder hohe CO₂-Werte erreicht, ist das ein Hinweis, dass eine bessere technische Lösung geprüft werden sollte.

Studien deuten darauf hin, dass eine höhere Lüftungsleistung mit weniger luftübertragenen Infektionen in Schulen zusammenhängen kann. So beobachteten Buonanno und Kollegen in einer retrospektiven Kohortenstudie in der italienischen Region Marken ein geringeres relatives Infektionsrisiko in Klassenräumen mit mechanischer Lüftung. Als Beobachtungsstudie belegt sie allerdings keinen eindeutigen Ursache-Wirkung-Zusammenhang, und ihre Ergebnisse lassen sich nicht auf jede Lüftungsmaßnahme übertragen.

Ergänzende Luftreiniger

Mobile Luftreiniger mit geeigneten Filtern können luftgetragene Partikel verringern. Sie führen aber weder CO₂ noch Feuchtigkeit ab. Das Umweltbundesamt sieht sie deshalb nur als Ergänzung zum Lüften, etwa in schwer lüftbaren Räumen.

Wer ist zuständig?

Die Schule ist für den Alltag verantwortlich: Lüftungsroutinen, Lüftdienste und den Umgang mit CO₂-Ampeln. Für bauliche und technische Fragen – etwa Fenster, Lüftungsanlagen oder die Anschaffung von Geräten – ist in der Regel der Schulträger zuständig, meist die Kommune oder der Landkreis. Elternvertretungen können das Thema konstruktiv in Schulkonferenzen einbringen.

Quellen

Behördliche Empfehlungen und wissenschaftliche Erkenntnisse, auf die sich dieser Beitrag stützt. Praktische Schlussfolgerungen sind redaktionelle Einordnungen.

Umweltbundesamt (UBA)·fortlaufend aktualisiertQuelle geprüft

Richtig Lüften in Schulen

Empfehlungen des Umweltbundesamts zum Lüften von Unterrichtsräumen, zur Nutzung von CO₂-Ampeln und zur Rolle mobiler Luftreiniger.

Originalquelle

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