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Infektionsschutz

Wie verbreiten sich Atemwegsinfektionen über die Luft?

Erkältung, Grippe, COVID-19: Viele Atemwegserreger verbreiten sich über die Luft. Was die Wissenschaft heute darüber sagt – und was Lüftung leisten kann.

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Redaktion LUFTVOLL
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Lange wurde zwischen „Tröpfchen“ und „Aerosolen“ unterschieden, als handle es sich um zwei klar getrennte Übertragungswege. Die Forschung der vergangenen Jahre hat dieses Bild verändert. 2024 haben die Weltgesundheitsorganisation und weitere Gesundheitsbehörden eine gemeinsame, aktualisierte Terminologie vorgestellt.

Infektiöse Atemwegspartikel

Beim Atmen, Sprechen, Singen, Husten oder Niesen geben Menschen Partikel unterschiedlicher Größe ab. Ist eine Person infiziert, können diese Partikel Krankheitserreger enthalten. Die WHO spricht deshalb von „infektiösen Atemwegspartikeln“ (englisch: infectious respiratory particles). Der Begriff verzichtet bewusst auf eine starre Grenze zwischen großen und kleinen Partikeln, weil diese Grenze in der Praxis fließend ist.

Einatmen als Übertragungsweg

Nach der neuen Terminologie umfasst die „Übertragung durch die Luft“ zwei Situationen: das Einatmen infektiöser Partikel und deren direkte Ablagerung auf den Schleimhäuten von Mund, Nase oder Augen. Das Einatmen kann sowohl aus nächster Nähe als auch in größerer Entfernung geschehen – vor allem dann, wenn sich Partikel in einem Raum anreichern.

Innenräume und Außenbereiche

Im Freien werden ausgeatmete Partikel meist schnell verdünnt und vom Wind fortgetragen. In geschlossenen Räumen können sie sich dagegen ansammeln, besonders wenn wenig gelüftet wird. Deshalb gelten Innenräume mit vielen Menschen und wenig Frischluft als Situationen mit erhöhtem Übertragungsrisiko.

Lüftung, Aufenthaltsdauer und Personenzahl

Wie hoch das Risiko in einem Raum ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Frischluftzufuhr: Mehr Außenluft verdünnt luftgetragene Partikel.
  • Aufenthaltsdauer: Je länger man sich in einem Raum aufhält, desto mehr Partikel kann man einatmen.
  • Personenzahl und Raumgröße: Mehr Menschen auf weniger Raum bedeuten mehr mögliche Quellen.
  • Aktivität: Lautes Sprechen oder Singen setzt mehr Partikel frei als ruhiges Atmen.

Beobachtungsstudien, etwa aus italienischen Schulen, deuten darauf hin, dass eine höhere Lüftungsleistung mit weniger Übertragungen zusammenhängen kann. Solche Studien zeigen Zusammenhänge, aber keinen zweifelsfreien Kausalbeweis.

Ergänzende Schutzmaßnahmen

Gute Lüftung ist ein Baustein, aber kein vollständiger Infektionsschutz. Sinnvoll ist ein Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen: bei Krankheit zu Hause bleiben, Husten- und Niesetikette, Händewaschen gegen Erreger, die über Hände und Oberflächen übertragen werden, Impfungen nach den geltenden Empfehlungen und – je nach Situation – geeignete Masken.

Grenzen technischer Prävention

Lüftungsanlagen und Luftreiniger können die Konzentration luftgetragener Partikel senken. Sie wirken aber nicht bei Gesprächen aus nächster Nähe, in denen Partikel direkt von Person zu Person gelangen. Und sie können nur so gut wirken, wie sie dimensioniert, gewartet und tatsächlich eingeschaltet sind. Technische Prävention verringert Risiken – sie macht Ansteckungen nicht unmöglich.

Quellen

Behördliche Empfehlungen und wissenschaftliche Erkenntnisse, auf die sich dieser Beitrag stützt. Praktische Schlussfolgerungen sind redaktionelle Einordnungen.

Umweltbundesamt (UBA)·fortlaufend aktualisiertQuelle geprüft

Richtig Lüften in Schulen

Empfehlungen des Umweltbundesamts zum Lüften von Unterrichtsräumen, zur Nutzung von CO₂-Ampeln und zur Rolle mobiler Luftreiniger.

Originalquelle

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